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Prozessmodell

Prozessmodell
December 17, 2018 Jonny

Prozessmodell

Ein Prozessmodell ist ein graphisches Abbild eines Prozesses. Dem Modell bzw. der Modellierung können verschiedene Notationen und Standards, wie die BPMN 2.0, zu Grunde liegen. Mit Hilfe des erstellten, oder im Process Mining häufig generierten, Modells werden Optimierungspotentiale aufgedeckt. Weiterhin kann die Prozess-Compliance bzw. das Einhalten der Unternehmensregularien überprüft werden. Bei einem Prozessmodell wird zwischen Ist-Prozessen und Soll-Prozessen / -Modell unterschieden. Die Erstellung eines Prozessmodells ist ein wichtiger Teil des Geschäftsprozessmanagements sowie des Prozessmanagementlebenszyklus.

Warum ist ein Prozessmodell wichtig?

Prozessmodelle sind wichtig, da sie Prozesse veranschaulichen und dokumentieren. Sie dokumentieren die existierenden Abläufe und damit das Prozesswissen. Weiterhin können sie zum Einarbeiten neuer Mitarbeiter genutzt und zu Arbeitsanweisungen ausgebaut werden. Prozessanalysen und -optimierungen können ebenfalls anhand von Prozessmodellen durchgeführt werden, da sie Optimierungspotentiale, wie doppelte Prozessschritte oder Engpässe visuell verdeutlichen. Auch für das Prozesscontrolling werden Prozessmodelle verwendet, beispielsweise um zu überprüfen, ob die Prozess-Compliance eingehalten wurde.

Wie wird ein Prozessmodell erstellt?

Der grundlegende Ablauf der Modellerstellung bzw. der Modellierung ist immer ähnlich und entspricht im Kern dem Ablauf der Prozessdokumentation im Prozessmanagementlebenszyklus. Zunächst werden Prozessinformationen, also Informationen über den Ablauf des Prozesses sowie der beteiligten Personen und Systeme, benötigt. Um diese zu erhalten können beispielsweise Mitarbeiter befragt oder beobachtet oder prozessrelevante Dokumentationen verwendet werden. Im Process Mining werden die Prozessinformationen aus Systemdaten, den Event-Logs, gewonnen. Dort wird die Modellerstellung Process Discovery genannt. Anschließend wird der Prozess anhand der gewonnen Informationen und entsprechend der vorliegenden Modellierungsrichtlichen abgebildet. Die Modellierung kann händisch oder mit Hilfe eines entsprechenden Programms erfolgen. Abschließend werden die erstellten Modelle überprüft und freigegeben. Bei der Modellerierung sind außerdem unternehmerische Modellierungsrichtlinien zu berücksichtigen. Existieren noch keine Richtlinien, sollten diese für die Erstellung von einheitlichen und damit vergleichbaren Prozessmodellen, erarbeitet werden.

Die Erstellung eines Prozessmodells läuft somit wie folgt ab:

1. Erstellen von Modellierungsrichtlinien
2. Erfragen oder Beobachten der Prozessabläufe
3. Modellierung der Prozessmodelle
4. Überprüfen der Modelle (fachliche und methodisch)
5. Publizieren der Prozessmodelle

Warum sehen Prozessmodelle unterschiedlich aus?

Die Darstellung des Prozessmodells ist von den vorherrschenden Modellierungsrichtlinien im Unternehmen abhängig. Die Modellierungsrichtlinien legen die Rahmenbedingungen der Modellierung in einem Unternehmen fest. Darunter fallen beispielsweise die Detailebene, die Modellierungsrichtung, die verwendete Modellierungssprache und die verwendeten Objekte der jeweiligen Sprache. Modelle des gleichen Prozesses können also stark voneinander abweichen, weil unterschiedliche Modellierungssprachen oder Objekte verwendet wurden.

Im Folgenden wird nun der Beispielprozess “Hunger beseitigen” dargestellt: Im ersten Beispiel wurde der Modell mit Hilfe der gängigen Modellierungssprache BPMN modelliert. Das zweite Beispiel zeigt den gleichen Prozess, allerdings wird dabei die ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) genutzt.

 

Beispiel 1 (BPMN):

Prozessmodell Hunger - Process Mining Glossary | Lana Labs

Beispiel 2 (EPK):

Prozess Hunger - Process Mining Glossary | Lana Labs

 

Verwandte Begriffe: Geschäftsprozessmanagement, Geschäftsprozess, Process Discovery, Model Enhancement, Prozessmodellierung, Ist-Modell, Soll-Modell, Prozessdokumentation, BPMN

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