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Wie unterscheiden sich SAP R/3, SAP ECC und SAP S/4 HANA?

Wie unterscheiden sich SAP R/3, SAP ECC und SAP S/4 HANA?
December 3, 2018 Franzi

SAP strebt den Umzug seiner Kunden von SAP R/3 oder SAP ECC auf SAP S/4 HANA an. Vor allem Großunternehmen scheuen diesen Schritt allerdings aufgrund des hohen Migrationsaufwands. Bis 2025 will SAP jedoch, dass all seine Kunden zu SAP S/4 HANA migrieren und wird den Support für die Vorgänger einstellen. Für die Kunden steht aber oftmals die Frage im Raum, worin sich diese Lösungen eigentlich voneinander unterschieden. Diese Frage und was SAP eigentlich ist, klären wir im folgenden Artikel.

 

Was ist SAP?

Die hier genannten Systeme gehören alle zur der Familien der Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) und stammen vom deutschen Softwarehersteller SAP. ERP-Systeme sollen möglichst viele Abläufe und Teile der Wertschöpfungskette eines Unternehmens planen, steuern und dokumentieren. Beispielsweise wird in produzierenden Unternehmen die Materialbedarfsplanung mit ERP-Systemen durchgeführt. Dabei wird der gesamte Prozess von der Bestellung, über die Materiallieferung bis hin zu Rechnungsstellung und Auslieferung des Produkts mit dem System abgebildet, dokumentiert und unterstützt. Auf Grund dieses Umfangs handelt es sich bei ERP-Systemen um sehr komplexe Software mit riesigen Datenmengen.

Durch das enorme Datenvolumen, gibt es großes Potential für Analysen der Abläufe, Ressourcennutzung und vieles mehr. Da viele Unternehmen einen Großteil ihrer Prozesse und Buchungen mit einer SAP-Lösung durchführen, muss die Software fehlerfrei funktionieren und immer erreichbar sein. Sie ist das Herzstück der Unternehmen und fällt dieses System aus, wird ein Betrieb schnell handlungsunfähig, was zu großen Verlusten führt.

 

Wie unterscheiden sich die Systeme?

SAP R/3 ist die älteste Version der drei hier betrachteten SAP-Systeme. Der Name R/3 kommt dabei von der Drei-Ebenen-Architektur der Software. Die erste Ebene aus Nutzersicht ist die Präsentationsebene, auf der sich die Anzeige befindet. Darunter liegt die Applikationsebene, welche die Geschäftslogik abbildet. Die dritte und letzte Ebene ist die Datenbankebene. Hier sind  die genutzten Tabellen gespeichert, in denen die Daten gehalten werden.

Dieser Architektur folgt ebenfalls die Nachfolgeversion SAP ECC. ECC steht dabei für ERP Central Component. Mit dieser Version hat sich SAP wegbewegt von dem Gedanken “Alles in einer Software”, hin zu einer Software mit bestimmten Grundfunktionalitäten, welche durch Module für spezielle Bereiche oder Branchen erweitert wird, beispielsweise in der Produktion (SAP Production Planning).

Die Daten werden bei beiden Systemen in einer relationalen Datenbank gehalten und die Abläufe in den Systemen sind transaktionsbasiert. Das bedeutet, dass eine Buchung erst abgeschlossen ist, sobald die ganze Aktivität beendet wurde, wie etwa im Beispiel “Wareneingang buchen”. Der Wareneingang wird hier erst in das System geschrieben, wenn dieser Prozess vollständig durchlaufen wurde.

Beide Systeme – SAP R/3 und SAP ECC – wurden lediglich als On-Premises-Lösung angeboten, also als Installation auf einem eigenen Server mit Clienten.

SAP S/4 HANA existiert wiederum als On-Premises- oder auch als Cloud-Lösung. Darüber hinaus besitzt es eine Datenbank, die auf Columns (Spalten) basiert. Das bedeutet, dass die Datenbank, bzw. deren Speicherreihenfolge, sich an Spalten orientiert statt an Reihen, wie sonst üblich. Man könnte also sagen, dass die Speicherreihenfolge umgedreht wurde. Zum besseren Verständnis ein kurzes Beispiel:

Tabelle:

ID Name Ort
4200 Max Müller Berlin
4711 Klaus Schuster Hamburg

 

Zeilenbasierte Speicherfolge:
4200, Max Müller, Berlin
; 4711, Klaus Schuster, Hamburg;

Spaltenbasierte Speicherfolge:

4200, 4711; Max Müller, Klaus Schuster; Berlin, Hamburg;

Spaltenbasierte Datenbanken eignen sich im Allgemeinen besser für analyseorientierte Datenbanken, da Aggregationen und weitere Rechenoperationen schneller durchgeführt werden können.

 

Neue Möglichkeiten durch andere Datenhaltung

Wie bereits erläutert speichert SAP S/4 HANA die Tabellen in einer anderer Reihenfolge als die Vorgängerversionen. Zusätzlich werden die Daten hier nicht wie bisher auf der Festplatte gespeichert, sondern im Arbeitsspeicher gehalten. Diese Veränderung erhöht ebenfalls die Abfragegeschwindigkeit der Software, da die Daten nicht erst von einer Festplatte mit relativ geringen Lesegeschwindigkeiten in den Arbeitsspeicher geladen werden müssen. Jedoch steigt durch diese Form der Datenhaltung der Bedarf an Arbeitsspeicher, welcher deutlich kostspieliger ist als Festplattenspeicher. Wird jedoch die Cloud-Variante von SAP bezogen, werden diese Hardwarekosten vermieden. Durch die Verbesserung der Performance und effizientere Datenhaltung erhöht sich neben der Verarbeitungs- auch die Reaktionsgeschwindigkeit. Beispielsweise sind in SAP S/4 nun Analysen in Echtzeit möglich, wodurch zur neige gehenden Ressourcen und Maschinenausfällen vorgebeugt wird.

 

Unterschiede in der Bepreisung

Auch bei der Abrechnung der SAP-Produkte hat sich mit neuen Version einiges geändert. Die Bepreisung der “alten” Produkte ist von der Anzahl der Nutzer abhängig. Das heißt man hat beispielsweise für 200 Nutzer bzw. Lizenzen für ein Jahr Nutzung gezahlt. Bei SAP ECC kamen neben diesen Lizenzkosten noch die Kosten für die Nutzung bestimmter Add-Ons hinzu.
Die Preisgestaltung bei SAP S/4 orientiert sich bei der Cloud-Variante hingegen nicht mehr an der Nutzeranzahl, sondern an den genutzten Ressourcen. Die Bepreisung nach Ressourcennutzung ist im Bereich von Cloud-Software weit verbreitet und üblich.

 

Sollten Sie also wechseln?

SAP S/4 HANA verändert neben dem Bereitstellungsmodell und der Bepreisung auch die Architektur der Datenbank. Dadurch wird das System performanter und besser für Analysen geeignet. Doch der Wechsel der genutzten SAP Lösung zieht meist ein umfangreiches Migrationsprojekt mit sich.

Wollen Sie Ihre Migration starten oder sind sie schon dabei? Dann könnte unser Blogartikel zu Migrationsprojekten interessant für Sie sein.

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