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Systemmigration – Risiken und Erfolgsfaktoren

Systemmigration – Risiken und Erfolgsfaktoren
November 29, 2018 Franzi

Viele unserer Kunden migrieren derzeit von SAP R/3 oder SAP ECC zum neueren SAP S/4 HANA. Wie aber läuft ein solches Migrationsprojekt in der Regel ab? Welche Möglichkeiten gibt es, ein System zu migrieren? Schauen wir uns diese Fragen im Detail an.

 

IT Migration

Schaffen der Grundlagen

Unabhängig von der Art und dem Hersteller der Software sollte ein Migrationsprojekt wie folgt ablaufen:
Zunächst muss erarbeitet werden, welche Prozesse in der zu migrierenden Software ablaufen und wie die Software diese Prozesse umsetzt. Dies verlangt auch eine Evaluation der relevanten Daten und Rechte. Danach kann ein erster Datensatz, beispielsweise einer Abteilung, extrahiert werden.

Parallel dazu sollte ein Testsystem mit der neuen Software eingerichtet werden. Das Testsystem ist dabei so eingerichtet und konfiguriert, wie es auch bei dem Produktivsystem der Fall sein wird. Sind beide Schritte abgeschlossen, können die Beispieldaten in das Testsystem geladen werden. Die Datenmigration kann alternativ auch über eine Schnittstelle erfolgen. Der Test der Datenmigration ist Teil eines sogenannten Integrations- oder Schnittstellentests, der zusätzlich zur Datenmigration auch die Schnittstellen zu weiteren Systemen prüft.

 

Ohne Test keine erfolgreiche Migration

Sind all diese Tests erfolgreich, beginnt der erste Nutzertest. Andernfalls gilt es, die Fehlerursache zu finden und auszubessern. Bei den Nutzertest beginnen zunächst einige Pilotuser damit, die Software an sich zu testen. Die Pilotnutzer probieren die Software aus, sie durchlaufen die abgebildeten und gegebenenfalls konfigurierten Prozesse und testen die verschiedenen Funktionalitäten. Die Nutzertests dauern in der Regel einen Monat. Auf Grundlage dieser ausführlichen Tests durch meist nur minimal geschulte Nutzer wird die Anwenderfreundlichkeit, Fehleranfälligkeit und Belastbarkeit des einzuführenden Systems getestet. Es wird also getestet, ob das System funktioniert, wie es soll.

 

Der Go-Live

Sind der Integrations- und Nutzertest erfolgreich, ist der nächste Schritt die Live- oder Produktivschaltung des Systems. Für den sogenannten “Go-Live” einer Software gibt es mehrere Strategien:

Strategie 1: Big Bang

Die Erste nennt sich “Big Bang” und meint, dass zu einem bestimmten Stichtag alle Prozesse über das neue System ablaufen. Bei dieser Strategie gibt es oftmals Probleme, da das System vorher nur von wenigen Nutzern genutzt wurde, die geringere Datenmengen produziert und nicht alle Funktionalitäten der Software getestet haben. Das System ist nun nicht in der Lage, die drastisch steigende Anzahl an Nutzern, Daten und Prozessen zu bewältigen. Darüber hinaus können fehlerhafte Konfigurationen und Funktionalitäten zu Fehlern oder gar Systemabstürzen führen.

Strategie 2: Parallelbetrieb

Die zweite Variante ist der anfängliche Parallelbetrieb der beiden Systeme. Hier wird das Hauptsystem in kleinere “Untersysteme” unterteilt und deren Arbeit vom neuen System unterstützt. Die Aufteilung kann beispielsweise übereinstimmend mit dem Abteilungen erfolgen. Bei diesem Migrationstyp muss jedoch der Datenaustausch zwischen Alt- und Neusystem gewährleistet sein, damit auch abteilungsübergreifende Prozesse ausgeführt werden können.

Big Bang Parallelbetrieb
Migrationsablauf Alles zu einem Datum Schritt für Schritt
Risiko Groß Gering
Ergebnis/Erfolg Sofort sichtbar Nach und nach sichtbar (bspw. abteilungsweise)
Fehlerauswirkungen Neu-System kann nicht genutzt werden Fehlschlag eines Migrationsschrittes

Abschließend für beide Migrationsstrategien muss noch einmal eine Überprüfung der Prozessabläufe und Transaktionen im Neu-System erfolgen, um zu gewährleisten, dass die Prozesse richtig umgesetzt und ausgeführt werden.

Der Ablauf eines Migrationsprojekts sieht somit wie folgt aus:

1. Erarbeiten der Prozessabläufe und Umsetzung

2. Aufsetzen eines Testsystems

3. Durchführen von Integrationstest / Schnittstellentests

4. Durchführen von Nutzertests (ca. 1 Monat)

5. Go-Live

6. Erneute Überprüfung der Prozessabläufe

Ein Migrationsprojekt ist also ein komplexes Unterfangen, für welches viele Ressourcen, Know How und Zeit benötigt werden. Der Erfolg eines solchen Projekt ist durch den hohen Aufwand schwer abzuschätzen und wird von vielen Entscheidungen beeinflusst. Sorgfältige Planung, regelmäßige Tests und Überprüfungen können den Erfolg eines Migrationsprojekts steigern und sicherstellen.

 

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